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Geschichte

Rückblick auf die Geschichte „90 Jahre Fußball“ in unserer Stadt Wolkenstein von 1923-2013

Aus vorhandenen Unterlagen wissen wir, dass in dem 1847 gegründeten
Turnverein Wolkenstein im Jahr 1923 die Sektion Fußball ins Leben gerufen
wurde. Leider gibt es aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg nur wenige
Aufzeichnungen.

So ist lediglich bekannt, dass der Uhrmachermeister Richard Bilz von 1935
bis zum Kriegsausbruch 1939 Leiter des Sportvereins war und u.a. die „Urgesteine“
Werner Kind, Hans Watzik und Hans Loos bereits 1937 in der
damaligen Fußballmannschaft für Wolkenstein gespielt haben.

1939 kam jeglicher Sportverkehr zum Erliegen und mit dem Zusammenbruch
des 3. Reiches wurde 1945 ein Erbe hinterlassen, wie es furchtbarer
nicht sein konnte.

Trotz Hungersnot fanden sich auch in Wolkenstein Enthusiasten zusammen,
um wieder eine Fußballmannschaft aufzubauen.
Treibende Kraft war das Bedürfnis der Menschen nach Geselligkeit in der
Nachkriegszeit. Viele waren gerade aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt
und suchten neue Kontakte.

So wurde 1948 im Kaffee Knappe die Sektion Fußball, mit der Wahl des
ersten Nachkriegs-Sektionsleiters Hans Lücking, wiedererweckt.
Dem Spielausschuss gehörten neben Walter Seidel, Erich Goldammer und
Ernst Weber an.

Größtes Problem war die Schaffung eines Sportplatzes. Der damalige private
Platz am Schützenhaus war 1944 in landwirtschaftliche Nutzung zurückgeführt
worden.

Im Herbst 1948 konnte nach schwierigen Verhandlungen in freiwilligen Arbeitseinsätzen
endlich mit dem Bau des heutigen Sportplatzes begonnen
werden.

1Mannschaft 1950: von links – Erich Hahn, Rudi Oettel, Siegfried Göpelt, Felix Mainhardt, Rudi Tappert, Albert Schaarschmidt, Werner Kind, Walter Morgner,Christian Kastner, Fritz Ullmann, Horst Lämmel, Sektionsleiter Hans Lücking

2Kreismeister 1953/54:
Felix Mainhardt, Gottfried Wendrock, Werner Wetzel, Heinz Münzner, Christian Kastner, Hans Günther, Harti Denkwitz, Walter Kürschner, Siegfried Kretzschmann, Albert Schaarschmidt, Werner Kind

25.000,00 DM mussten vor Baubeginn aufgebracht werden, 5.000,00 DM
steuerte die Stadt bei, und der Landessportbund überwies 4.000,00 DM.
Der Vorstand der SG 47 fasste den Beschluss, den Restbetrag durch ein
Darlehn aus der Bevölkerung, über sogenannte Bausteine, in Höhe von fünf
bis 50 Mark zu finanzieren.

Verbunden mit einem Kreissportfest konnte die neue „Sportkampfbahn des
Friedens“ am 9./10. September 1950 mit der Platzweihe übergeben werden.
Eine für die damalige Zeit großartige Leistung.
Ohne den außerordentlichen Einsatz aller Vereinsmitglieder und der Unterstützung
durch die Stadt hätte dieses Objekt nicht in die Tat umgesetzt
werden können.

Endlich stand den Fußballern die neue Sportstätte zur Verfügung, während
in den zwei Jahren vorher die Plätze in Hilmersdorf und Wiesenbad als
Spielaustragungsorte gemietet wurden.

Diese erfolgreichen Aktivitäten der Leitung beflügelten unsere Fußballer zu
einer guten spielerischen Leistung. Bereits im Spieljahr 1950/51 wurde der
erste Kreismeistertitel nach Wolkenstein geholt.

Kameradschaft stand an erster Stelle und war der Schlüssel zum Erfolg.
Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit Fahrrädern, ehe später der durch
Holzgas betriebene Lkw von Erich Hahn als Transportmittel zur Verfügung
stand und ein großer Fortschritt war.

In der Folgezeit kamen durch den Wismut-Bergbau viele gute Fußballer
nach Wolkenstein. Die Gründung einer Reservemannschaft wurde notwendig
und bereicherte den Spielbetrieb enorm.

1952 war unsere Mannschaft gezwungen, im neugegründeten Kreis Zschopau
den Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse aufzunehmen.

1953 sollte dann das bis dahin erfolgreichste Jahr werden.

Durch gute Leistungen wurde der Meistertitel und Aufstieg in die 1. Kreisklasse
errungen. Der Zuschauerschnitt in Heimspielen lag bei 350 und
konnte sich durchaus sehen lassen.

In den Folgejahren 54/55 war man gezwungen Nachwuchsspieler einzubauen,
denn einige der „alten Hasen“ beendeten ihre Laufbahn.

Nun versuchten die Jungen diese Lücken zu schließen.
1956 wurde in zwei Vergleichsgruppen die Qualifikation für die neuen Kreisklassen
ausgespielt.

3Jugendmannschaft 1957:
Lothar Arnold, Herbert Zimmermann, Egon Meyer, Horst Schröder, Hans Thiele, Sektionsleiter Gerhard Ufer, Dieter Stohn, Gerd Müller, Peter Uhlig, Bernd Bätz, Eberhard Vogel, Günter Wetzel

41. Mannschaft 1967: Hunger, Haustein, Kastner, Martin, Lasch, Thiele
vorn: Weber, C. Meyer, Schneider, Bönisch, E. Meyer

Es war auch das Jahr, als die ersten Bausteine für die Finanzierung des
Sportplatzbaues zurückgezahlt wurden.

Im besonderen waren es wieder die Sportfreunde Kind und Lücking, die sich
zur Aufgabe gestellt hatten, den Sportplatz schuldenfrei zu machen.
Die Jahre 1956/57 wurden von einer sportlichen Talfahrt geprägt. Der Abstieg
in die 2. Kreisklasse konnte nicht mehr abgewendet werden.
Wiederum hatten einige Spieler ihre Laufbahn beendet und große Lücken
hinterlassen.

In 24 Pflichtspielen gab es 19 Niederlagen, vier Unentschieden und nur einen
Sieg. Joachim Bergelt wurde in dieser Spielzeit mit 8 Treffern Torschützenkönig.
Es galt einen Neuaufbau der 1. Mannschaft zu vollziehen und dabei den
Schwerpunkt auf den Nachwuchs zu setzen.

Hoffnungsvolle junge Spieler wie Egon Meyer und Hans Thiele, schafften
zuerst den Sprung in die Männermannschaft.
Unsere Jugendmannschaft spielte im Kreis Zschopau die erste Geige.
Nachwuchsspiele auf der Sportkampfbahn des Friedens zogen mehr Zuschauer
an als die 1. Männermannschaft!

Vier Wolkensteiner Spieler standen zu diesem Zeitpunkt als feste Größen im
Kreisauswahlaufgebot.
Fritz Nestler, der sich besonders um den Nachwuchsfußball verdient gemacht
hatte, wurde schließlich 1958 einstimmig zum Leiter der Sektion Fußball
gewählt.

Endlich, 1962 trug die Nachwuchsarbeit ihre Früchte. Die Leistungen konnten
sich sehen lassen.
47 Spiele wurden ausgetragen und auch die Zusauerzahlen stiegen wieder
auf einen Schnitt von mehr als 200 pro Spiel.
Höhepunkt des Spieljahres waren die Hallenkreismeisterschaften in Jahnsbach.
Wolkenstein hatte sich mit einer Mischung aus jung und alt in die
Herzen der Zuschauer gespielt und war an drei Spieltagen zum Publikumsliebling
geworden.

Dieter Liebold erzielte allein im Finale gegen die Gastgeber Jahnsbach drei
Bilderbuchtore!
Mit den „alten“ Hasen Christian Kastner und Felix Mainhardt in der Abwehr
scheiterten alle Angriffe der Gegner, dadurch wuchsen unsere „Jungen“
über sich hinaus.

Die Freie Presse berichtete in ihrem Sportteil: „Das herrliche Zusammenharmonieren
zwischen jung und alt war ausschlaggebend für den Gewinn der
Meisterschaft“.

Noch im gleichen Jahr hatte unsere Sektion einen schweren Verlust zu beklagen.
Im Anschluss an eine Fußballversammlung verunglückten die beiden
Stammspieler Harti Hahn und Lothar Arnold bei einem Motorradunfall
tödlich. Das war ein schrecklicher Schock für die Mannschaft und darüber
hinaus für die gesamte Sportgemeinschaft.

Der unvergessene Sportfreund Christian Kastner, führte von 1950 – 1963 eine
Chronik über alle Spielergebnisse und Spielereinsätze der SG Wolkenstein.
Als Vorbild bestritt er selbst 352 Spiele in der 1. Mannschaft und erzielte
dabei 303 Tore für Chemie Wolkenstein.

Die Erinnerung an diese Zeit wäre lückenhaft, würde man die Leistung und
Verdienste von Herbert Kastner unerwähnt lassen.
Er hat sich als Platzwart durch die Gestaltung unserer Sportstätte ein Denkmal
gesetzt.

Als im letzten Punktspiel der Serie 1965/66 Egon Meyer mit seinem Ausgleichstor
zum 2:2 in Gelenau den Meistertitel der 2. Kreisklasse nach Wolkenstein
holte, war der Aufstieg geschafft.

Im Folgejahr schlug sich die Mannschaft auch in der 1. Kreisklasse sehr gut
und als das Kunststück gelang, den Liga-Auswahlstürmer Armin Müller als
Spielertrainer nach Wolkenstein zu holen, sollte das von großer Bedeutung
werden.

Mit Beginn des Spieljahres 1968/69 wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Es begann die bisher erfolgreichste Zeit in der Wolkensteiner Fußballgeschichte.
Als aus gesundheitlichen Gründen Fritz Nestler nach verdienstvollem Wirken
aus seinem Amt schied, wurde Eberhard Neubert zum neuen Sektionsleiter
gewählt.

5Kreismeister, Pokalsieger, Aufsteiger zur Bezirksklasse und Teilnehmer am Deutschen Turn- und Sportfest 1969:
Sektionsleiter E. Neubert, J. Muhr, H. Hunger, F. Martin, Chr. Meyer, R. Buschbeck, D. Liebold, H. Lasch, K. Löser, Mannschaftsleiter. Chr. Kastner, K. Nestler, A. Müller, R. Bönisch, W. Schindler, E. Meyer, H. Thiele

6Juniorenkreismeister 1973/74:
Trainer Chr. Meyer, Düringer, Lämmel, Löser, Kastner, Dost, H. Graupner, P. Graupner, Mainhardt, Weber, Reuther, Brüchner, V. Graupner, Pöttrich

Eine erfolgreiche Vereinspolitik, zu der Walter Seidel als Hauptsponsor die
Grundlage schaffte, war der Schlüssel zum Erfolg.
Die Mannschaft wurde Meister der 1. Kreisklasse, Kreispokalsieger und
schaffte nach erfolgreichen Aufstiegsspielen gegen Aue, Schwarzenberg
und Neudorf den Aufstieg in die Bezirksklasse.

Es folgte im gleichen Jahr der Gewinn des Turniers zur Teilnahme am V.
Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig, welches das Team vom 25.-
28.07.1969 miterleben durfte.

Das waren Erfolge, mit denen die sogenannte „Seidel-Elf“ weit über die
Kreisgrenzen hinaus bekannt wurde und seine zahlreichen Anhänger durch
großartige Leistungen begeisterte.

Die erfolgreiche Elf konnte sich dann personell durch Jürgen Martin vom
FCK sowie Roland Süß, Volker Tappert und Christian Weber nochmals entscheidend
verstärken und gehörte somit zu den einflussreichsten Mannschaften
des Bezirkes Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).

Mit dem Vizemeistertitel im Spieljahr 1970/71 unterstrich die Mannschaft
eindrucksvoll ihre Spielstärke.
Vorbereitungsspiele gegen Oberligamannschaften wie Dynamo Dresden,
Lok Zwickau und Wismut Aue lockten bis zu 3.000 Zuschauer aus dem Umfeld
nach Wolkenstein.

Im Spitzenspiel beim 2:1 Sieg im Olbernhauer Stadion trug Chemie-Wolkenstein
zum neuen Zuschauerrekord in der Bezirksklasse bei. 1.500 Fußball-
Fans bildeten eine eindrucksvolle Kulisse bei dieser unvergessenen Begegnung.
Kapitän Armin Müller erzielte beide Treffer.

Solche Siege haben Wolkensteins Fußball außerordentlich populär gemacht.
Um so größer war der Schock aller Fußballanhänger als der erfolgreiche
Trainer Armin Müller, viel zu früh, im Alter von 49 Jahren plötzlich verstarb.
Sportlehrer Hans Thiele, der die meisten Spiele für unseren Verein bestritten
hat und dabei auch an der Spitze der ewigen Torschützenliste steht,
übernahm fortan das Amt des Trainers.

Es war sein Verdienst, dass die Chemie-Elf in den 80er Jahren durch konstante
Leistungen immer im Vorderfeld der 1. Kreisklasse zu finden war und
1986 den Kreispokalsieg erringen konnte.

7Alte Herren 1984 / Turniersieger in Großrückerswalde:
Horst Hunger, Jochen Töppel, Hans Thiele, Roland Süß, Jürgen Ilgner, Christian Meyer, Harald Lasch, Volker Tappert, Eberhard Schneider, Egon Meyer, Bernd Löser

8Kreispokalsieger „Chemie“ Wolkenstein 1986:
oben: Neubert, Günther, Kastner, Kaminsky, Bergelt, Meyer,
mitte: Lämmel, Egelkraut, Düringer, Kaden, Szokob, Kastner, Manig, Haustein, Schroll,
Schulz, Müller
unten: Weber, Müller, Nestler, Oelke, F. Muhr, Ullmann, B. Muhr

Zehn Jahre lang gehörte die Beteiligung am Berliner Hallenfußballturnier
zum Höhepunkt im Jahressportprogramm unserer 1. Mannschaft. Dort standen
sich Teilnehmer aus allen Teilen der DDR in der Union-Sporthalle gegenüber.
Ermöglicht wurde die Teilnahme nur durch die großzügige Unterstützung
des Trägerbetriebes Kombinat Plaste und Chemie.

1988 beendete Sportfreund Hans Thiele seine Trainerfunktion und 1989
übergab Eberhard Neubert das Amt des Sektionsleiters, welches er mehr
als 20 Jahre begleitet hatte.

Ein Jahr später war es Sektionsleiter Horst Hunger in Zusammenarbeit mit
Trainer Olav Eppendorfer gelungen gute Spieler aus der Umgebung nach
Wolkenstein zu holen und damit den Meistertitel 1989/90 zu erringen.
Dieser Erfolg konnte im Spieljahr 1990/91 wiederholt werden, hinzu kam der
Kreispokalsieg und es gelang die Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse erfolgreich
abzuschließen.

Einem 0:0 im Heimspiel genügte ein 1:1 in Oelsnitz.
Nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses, folgte leider der Abstieg
nach einem Jahr der Zugehörigkeit aus der höheren Spielklasse.

Im April 1992 verstarb unser unvergessener Sportfreund Christian Kastner,
der durch seine großen Verdienste zur Legende des Wolkensteiner Fußballs
wurde.

Erneut hatte unser Verein einige Spielerabgänge zu verzeichnen, der nun
nach der politischen Wende wieder unter den Namen SG 47 Wolkenstein
auflief.

Es wurde immer schwerer, aus den verbliebenen Spielermaterial eine Mannschaft
auf die Beine zu stellen.

In der Winterpause des Spieljahres 1993/94 stand unsere Mannschaft plötzlich
mit 9 Pluspunkten erstmals wieder auf einem Abstiegsplatz der 1. Kreisklasse.
Das war der Anlass für den rührigen Sportfreund Dieter Liebold zu handeln
und ein Zeichen zu setzen.

9Kreismeister, Pokalsieger und Aufsteiger zur Bezirksklasse 1991/92:
Trainer O. Eppendorfer, Sektionsleiter H. Hunger, H. Manig, M. Denkwitz, K. Dost, U. Ficker, U. Schulz, B. Muhr, D. Eusewig, A. Haustein, D. Haase, J. Düringer, C. Böhme, A. Kastner, SG-Leiter J. Bergelt, Kurill, P. Schroll, R. Rötzer, E. Schneider, U. Oelke, I. Schürer, F. Muhr

In einer außerordentlichen Sektionsversammlung am 29.12.1993 war es
ihm gelungen, einschließlich der AH-Mannschft alle Sportfreunde davon zu
überzeugen, dass in den verbleibenden Punktspielen nur durch die Mithilfe
aller Vereinsmitglieder und eine personelle Verstärkung der 1. Mannschaft,
ein Klassenerhalt noch möglich war und damit die bevorstehende Auflösung
der Sektion Fußball zu verhindern sei.

Hans Thiele erklärte sich wieder bereit, die geschrumpfte Mannschaft als
Trainer zu übernehmen.
Karoly Varga wurde zum neuen Sektionsleiter gewählt und füllte diese Funktion
mit enormen persönlichen Einsatz aus.
Eberhard Neubert schließlich erklärte sich bereit, Verbindungen mit unseren
tschechischen Sportfreunden aus Klösterle aufzunehmen mit dem Ziel, dringend
benötigte neue Spieler zu gewinnen.

10Kreisligamannschaft 1995/96:
Trainer H. Thiele, F. Feiereis, U. Schulz, J. Ginter, Dr. R. Sacher, D. Zvanovec, A. Haustein, H. Nitzschke, P. Günther, A. Wolf, J. Düringer, U. Oelke, Th. Schlaichert, M. Formanek, J. Javorek

Es war ein Experiment, welches schließlich gelang und für viele Gemeinschaften
heute noch zur Praxis gehört.
Vier tschechische Sportfreunde wurden sofort in die Mannschaft eingebaut
und verstärkten damit unser Team enorm.
Im Restprogramm konnten die nötigen Punkte noch erkämpft und dadurch
die Klasse erhalten werden.

Dem Trainer Hans Thiele gelang es, aus dieser Mischung im Spieljahr
1994/95 eine starke Mannschaft zu formen.
Keiner hatte es für möglich gehalten, dass diese Elf den sofortigen Aufstieg
in die Kreisliga schaffen würde.

21 von 34 Saisontreffern erzielten dabei die tschechischen Sportfreunde für
unsere Farben.
20 Punktspiele in Folge ohne Niederlage war der Ausdruck einer großartigen
Leistung.
Besondere Verdienste an diese Erfolge hatte unser Sportfreund Christian
Meyer.
Sofort hatte er die Situation erkannt und durch eine bis heute anerkennenswerte
Arbeit mit den Sponsoren die Grundlage für die Spieler-Transfers erst
ermöglicht.

In der Kreisliga sollte sich jedoch zeigen, dass die Mannschaft auf Grund
einer zu geringen Spielerdecke nicht die Spielstärke nachweisen konnte um
die Klasse zu halten. Der Abstieg war die logische Folge.

Am Ende der Kreisligasaison 95/96 wurde Hans Thiele als Trainer mit viel
Beifall von seinen Spielern und der Leitung auf eigenem Wunsch verabschiedet.
Es war der Ausdruck von Anerkennung für vorbildliche Leistungen als Aktiver,
besonders aber als langjähriger, erfolgreicher Trainer der Sportgemeinschaft
Wolkenstein.

Das erneute Problem im Spieljahr 96/97 sollte die Personalnot werden.
Oft standen die „Alten Herren“ helfend zur Seite wenn es galt, die nötigen
Spieler zum Auffüllen der 1. Mannschaft zur Verfügung zu stellen.

Bis zur Winterpause konnte sich Wolkenstein als Kreisliga–Absteiger im vorderem
Mittelfeld der 1. Kreisklasse behaupten, was in der Folgezeit durch
Spielerabgänge und leichtfertige Niederlagen immer schwerer wurde.

Peter Zvanovec, der zuverlässige Partner unserer tschechischen Sportfreunde
war sogar bereit das Traineramt zu übernehmen, als es keine Alternativen
mehr gab.

Mit seiner Hilfe gelang es schließlich, am Ende noch einen guten 7. Tabellenplatz
zu belegen.
Vor Beginn der Saison 97/98 wurde Sportfreund Eckart Lämmel zum neuen
Sektionsleiter gewählt. Er und seine Leitungsmitglieder hatten sich für einen
Neuaufbau der Mannschaft ohne tschechische Spieler entschieden.

Die schwere erste Serie mit der neuen Mannschaft, bei der Eckart Lämmel
auch als Trainer fungierte, zeigte, dass mit der geringen Spielerdecke die
Klasse nicht zu halten war.

Nach dem Abstieg in die 2. Kreisklasse endete die Durststrecke erst damit,
als im Spieljahr 99/2000 der neue Trainer Andreas Kastner die Verantwortung
übernahm. Ein Leistungsanstieg, und damit auch der Zuschauerzuspruch, war deutlich
erkennbar.

Dritte und Vierte Tabellenplätze ließen bereits hoffen, dass bei einer weiteren
Steigerung der Wiederaufstieg möglich war. Das schaffte die Mannschaft quasi als passendes Geschenk zum 80. jährigen
Jubiläum unserer Sektion Fußball.

111. Mannschaft im Spieljahr 2002/2003:
v.h.li.: Trainer A. Kastner, C. Berger, O. Flath, M. Löser, A. Wolf, I. Schürer, F. Feiereis, F. Bergelt, Kapitän S. Reichel, H. Nestler, Mannschaftsbetreuer E. Oelke, H. Pohling, R. Bauer, M. Fiedler, U. Oelke, M. Oelke, M. Nickel, T. Großwendt, J. Siegert

Leider folgte der Abstieg bereits ein Jahr später und die Mannschaft musste
sich bis zum Jahr 2008 mit 3. – 5. Tabellenplätze in der 2. Kreisklasse begnügen.

Eine sehr positive Wende brachte die Verpflichtung des tschechischen Stürmers
Petr Perutka im Juli 2009. Der sympathische und technisch hochtalentierte
Fußballer fand sofort die Achtung und Anerkennung der gesamten
Mannschaft.

Als Lenker, Denker und 19-facher Torschütze überzeugte er und prägte das
Spieljahr 2009 / 2010.
Sein Verdienst war es auch, dass er ein Jahr später als vorbildlicher Trainer
mit der Mannschaft die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse
– Ost 2011 /2012 errang.

Unter der Leitung des neuen Trainers Renato Siegel war der Start in die Saison
2012 / 2013 in der 1. Kreisklasse Staffel Ost recht hoffnungsvoll.

Durch ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl, vorzüglich unterstützt durch
den Jugendklub unserer Stadt, überzeugende sportliche Leistungen und ein
faires und anständiges Auftreten auf des Gegners Plätzen hat die Mannschaft
im letzten Spieljahr viele Sympathien für die Sportgemeinschaft Wolkenstein
und darüber hinaus für das Ansehen unserer Stadt gewonnen.

Der Zuschaueranstieg, besonders bei Heimspielen, zeugt von Anerkennung
für ansprechende Leistungen. Mit dem abschließenden 6. Tabellenplatz und
einem Torverhältnis von 63 : 39 Treffern, wo allein Stürmer Philipp Legler 19
Mal ins Schwarze traf, konnte die Mannschaft ihre Leistungsstärke im Jahr
des 90-jährigen Bestehens unserer Sektion Fußball entsprechend unter Beweis
stellen.

Wünschen wir der Leitung und der Mannschaft, die sich einer weiteren Entwicklung
des Fußballsports in Wolkenstein angenommen haben, dass es
ihnen gelingt, unsere Tradition erfolgreich fortzusetzen.

Wolkenstein, 13.07.2013
Eberhard Neubert, Sektionsleiter Fußball von 1967 – 1989